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Wahrlich ein gehäuftes Maß an Anforderungen, die der arme geplagte Nehlitzer nur unter großen Schwierigkeiten und nach Missernten nur durch Aufnahme von Darlehn bewältigen konnte. Bei all diesen Lasten konnten die Einwohner ihres Lebens wenig froh werden. Von einer sich entwickelnden Wohlhabenheit konnte auch bei den Vollbauern nicht die Rede sein. Ein wohl sicheres Zeichen dafür müssten große und stattliche Gebäude sein, die aus dieser Zeit stammen, die aber heute nicht nachweisbar sind. Eine wesentliche Steigerung erfuhr die Einwohnerzahl in den folgenden Jahren. Hatte eine Kabinettsorder 1777 den Domänenbauern auch die Erblichkeit des Besitzes gebracht, so blieben doch das Scharwerk, die Erbuntertänigkeit und die vielfachen Verpflichtungen noch bestehen. Das in Preußen ergangene Edikt von 1807 und die aus der Notzeit geborenen Reformen, wie die Gesindeordnung von 1810, brachten aber doch manche Erleichterung für die Landbevölkerung. 
Zunächst fanden sie aber für Nehlitz keine Anwendung, da der Saalkreis nach dem Frieden von Tilsit unter die Herrschaft des Königreichs Westfalen kam."